Auch Bitcoingewinne sind steuerpflichtig

Staat spekuliert auf Steuermehreinnahmen

 

Bei der Kryptowährung Bitcoin herrscht Goldgräberstimmung! Nicht nur bei den Goldgräbern (sogenannte Miner), die Rechenleistung in das Netzwerk pumpen, auch bei Anlegern ist das Goldfieber ausgebrochen. Angesichts des rasanten Kursanstiegs in 2017 und der starken Schwankungen im Dezember wird kräftig spekuliert. Doch was sind Bitcoins und was ist steuerlich zu beachten?

Der Bitcoin ist eine virtuelle (Ersatz-)Währung, mit der Waren, Dienstleistungen und IT-Anwendungen im Internet bezahlt werden können. Zur Absicherung der Transaktion von Bitcoins wird eine sogenannte Blockchain verwendet. Diese Blockchain setzt sich aus einzelnen Datensätzen zusammen, die ihrerseits durch ein kryptographisches Verfahren miteinander verbunden sind. Damit ist es eines der sichersten Verfahren im Zahlungsverkehr, bei dem gleichzeitig die Anonymität gewahrt bleibt.

Spekulationsgewinne sind steuerpflichtig

Bitcoins werden als nicht abnutzbare immaterielle Wirtschaftsgüter behandelt. Der Handel mit Bitcoins kann als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig sein. Dabei ist zu unterscheiden, ob die Spekulationsfrist von einem Jahr zwischen Kauf und Verkauf eingehalten wurde oder nicht. Wer Bitcoins länger als ein Jahr hält, erzielt den Gewinn gänzlich steuerfrei. Verluste dürfen allerdings auch nicht mehr abgezogen werden. Wer bei seinen Transaktionen hingegen kürzere Anlagehorizonte verfolgt, muss den Gewinn mit seinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Der günstigere Abgeltungsteuersatz von 25 % ist für Spekulationsgewinne nicht anwendbar. Keine Steuer fällt an, wenn alle Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr weniger als 600 Euro betragen. Diese 600 Euro sind eine Freigrenze, d. h. ab einem Gewinn von 600 Euro ist der gesamte Gewinn zu versteuern und nicht nur der 600 Euro übersteigende Teil. Bei  Transaktionen innerhalb der Jahresfrist können auch Verluste berücksichtigt werden. Diese dürfen jedoch nur mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. So sind Bitcoinverluste auch nicht mit Gewinnen aus Wertpapiergeschäften, wie Aktien, Derivaten etc. verrechenbar.

Transaktionskosten mindern Spekulationsgewinn

Um den Spekulationsgewinn zu ermitteln, werden vom Veräußerungspreis zunächst die Anschaffungskosten für die Bitcoins abgezogen. Wurden die Bitcoins in verschiedenen Tranchen und zu unterschiedlichen Einstandspreisen erworben, wird zur Vereinfachung unterstellt, dass zunächst die Bitcoins verkauft werden, die schon am längsten im Bestand sind.

Bitcoinhandel kann gewerblich sein

Wenn im Einzelfall der Umfang einer normalen privaten Vermögensverwaltung überschritten wird, können Transaktionen mit Bitcoins einen Gewerbebetrieb begründen. Die Zuordnung der Bitcoins zu einem bereits vorhandenen Betriebsvermögen dürfte hingegen nur bei konkretem betrieblichen Bezug möglich sein. In beiden Fällen sind alle Gewinne aus Bitcointransaktionen einkommen- und ggf. gewerbesteuerpflichtig und alle Verluste verrechenbar. Die Spekulationsfrist von einem Jahr ist hier unbeachtlich.

Hinweis

Transaktionen mit Bitcoins sind umsatzsteuerfrei, denn umsatzsteuerlich wird die Internet-Währung wie andere
Zahlungsmittel behandelt.

Mining ist gewerbliche Tätigkeit

Die Miner kaufen keine Bitcoins, sondern erschaffen diese. Das Mining ist eine gewerbliche Tätigkeit, die einkommen- und gewerbesteuerpflichtig ist. Die elektronisch zugeteilten Bitcoins, die der Miner für das zur Verfügung stellen von Rechenleistung erhält, sind Betriebseinnahmen. Die Investitionen in spezielle, hocheffiziente Computer (Mining-Rigs) führt über die Abschreibung zu steuerlich abzugsfähigen Betriebsausgaben. Daneben können auch Finanzierungs-, Strom-, Raum- und Wartungskosten etc. steuerlich abzugsfähig sein. Da Rechenleistung gegen Bitcoins getauscht wird, handelt es sich umsatzsteuerlich um einen tauschähnlichen Vorgang, der dem Regelumsatzsteuersatz von 19 % unterliegt. Auf der anderen Seite ist der Vorsteuerabzug aus den vom Unternehmer bezogenen Vorleistungen unter den üblichen Voraussetzungen in voller Höhe zulässig.

Fazit

Bitcoins können nicht nur wirtschaftlich, sondern auch steuerlich interessant sein. Privatanleger sollten jedoch auch beachten, dass Verluste nach Ablauf der Spekulationsfrist steuerlich nicht abziehbar sind und damit auf der privaten Vermögensebene anfallen.

(Stand: 05.02.2018)

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