Steuerklassenwahl für 2017 prüfen

Arbeitgeber müssen ELStAM regelmäßig abrufen

 

Das Lohnsteuerrecht kennt sechs Steuerklassen. Steuerklasse I gilt für alleinstehende Arbeitnehmer ohne Kinder im Sinne des Steuerrechts. Für alleinerziehende Elternteile ist die Steuerklasse II anzuwenden, da hier bereits der Kinderfreibetrag berücksichtigt wird. Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner sind die Steuerklassen III bis V in zwei Kombinationen möglich. In der Steuerklasse IV erfolgt der Lohnsteuereinbehalt wie bei einem Single mit der Steuerklasse I. Da auch bei Eheleuten eine Besteuerung nach der persönlichen Leistungskraft unterstellt wird, erhalten Eheleuten automatisch die Steuerklassenkombination IV/IV zugeordnet wird. Diese Kombination führt zum richtigen Lohnsteuerabzug, wenn beide Partner in etwa gleich hohe Einkommen erzielen.

Bei unterschiedlichen Einkommen können die Eheleute oder eingetragenen Lebenspartner auch die Steuerklassenkombination III/V wählen. Diese Kombination ist immer dann sinnvoll, wenn ein Partner wesentlich mehr als der andere verdient. Als grobe Orientierung gilt die Faustregel: Ein Partner verdient doppelt so viel wie der andere Partner. Bei der Steuerklassenkombination III/V wählt der Besserverdienende die Steuerklasse III und der andere Partner die Steuerklasse V. Damit wird die progressive steigende Lohnsteuer für den Besserverdienenden abgemildert, denn in der Steuerklasse III sind die doppelten Grundfreibeträge zugeordnet. Der (Ehe-)Partner mit dem geringeren Einkommen in der Steuerklasse V hat jedoch keinen Grundfreibetrag und muss die steuerliche Mehrbelastung in der Familie tragen. Im Ergebnis kann die Steuerklassenwahl III/V dennoch die bessere Wahl sein, da das monatliche Familieneinkommen erhöht wird.

Dadurch zahlt der Partner mit den geringeren Einkünften eine Mehr an Steuern und der Blick auf den Lohnzettel kann enttäuschend sein. Um dies zu vermeiden, kann die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor gewählt werden. Der Faktor ist immer kleiner Eins. Durch den Faktor wirkt sich der steuermindernde Effekt des Ehegattensplittings schon beim Lohnsteuerabzug aus. Die Lohnsteuer ist dadurch für die (Ehe)Partner geringer als bei der Steuerklassenkombination IV/IV ohne Faktor. Ein weiterer Pluspunkt besteht darin, dass eine Steuernachzahlung vermieden wird, zu der es bei der Kombination III/V in aller Regel kommt. Der Faktor muss aber für jedes Jahr neu beantragt werden. In der Zukunft wird dieser Faktor, wie andere Lohnsteuerermäßigungsbeträge, für zwei Jahre gelten.

Es ist immer empfehlenswert, wenn Ehepaare und eingetragene Lebenspartner einmal im Jahr überprüfen, ob die Lohnsteuerklassen optimal kombiniert sind. Immerhin hat die Steuerklassenwahl auch Einfluss auf die Höhe von Entgelt-/Lohnersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld I, Unterhaltsgeld, Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld, Elterngeld und Mutterschaftsgeld. Deshalb sollte eine Gehaltserhöhung, ein sich abzeichnender Jobverlust oder eine geplante Arbeitszeitverkürzung bei einem (Ehe)Partner in die Entscheidung der Steuerklassenwahl einbezogen werden. Aus der Praxis ist bekannt, dass eine vor Jahresbeginn geänderte Lohnsteuerklasse durch die Agentur für Arbeit anerkannt wird. Zusätzlich darf auch während des laufenden Abrechnungsjahres noch einmal die Steuerklasse neu gewählt werden. Wird die Steuerklasse kurz vor oder während der Inanspruchnahme von Lohnersatzleistungen gewechselt kann dies zu unvorhergesehenen Auswirkungen kommen. Hier ist eine vorherige Information beim Leistungsträgers der Lohnersatzleistung (Krankenkasse, Agentur für Arbeit, Elterngeldstelle …) einzuholen.

Hinweis: Ein zweites und jedes weitere Beschäftigungsverhältnis eines Steuerpflichtigen wird nach der Steuerklasse VI besteuert, bei der der Lohnsteuerabzug am höchsten ist. Wer mit Steuerklasse VI besteuert wird, sollte daher stets eine Steuererklärung abgeben. Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften mit den Steuerklassenkombinationen III/V oder IV/IV mit Faktor sind dazu sogar verpflichtet.

(Stand: 30.11.2016)

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