Grenze für Kleinbetragsrechnungen steigt auf 250 Euro

 

 

Ordnungsgemäße Rechnungen sind für jeden Unternehmer ein äußerst sensibles Thema. Bei einer unvollständigen oder fehlerhaften Rechnung steht der Vorsteuerabzug auf dem Spiel. Schlimmer noch, wenn der Unternehmer selbst fehlerhafte Rechnungen erstellt. Wenn er beispielsweise eine Rechnung mit Umsatzsteuer ausstellt, obwohl er (z. B. als Kleinunternehmer) dazu gar nicht berechtigt ist oder eigentlich der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet, muss er die zu Unrecht ausgewiesene Umsatzsteuer an das Finanzamt zahlen. Erst wenn die Rechnung korrigiert ist, gibt es das Geld vom Finanzamt zurück.

Ordnungsgemäß ist eine Rechnung, wenn sie folgende Bestandteile enthält

  • Name und Adresse des Leistenden
  • Name und Adresse des Leistungsempfängers
  • laufende Rechnungsnummer
  • Rechnungsdatum und Leistungszeitraum
  • Benennung der einzelnen Leistungen
  • Nettoumsatz
  • Umsatzsteuersatz bzw. Steuerbefreiung
  • Ausweis des im Bruttobetrag enthaltenen Umsatzsteuerbetrags
  • im Voraus vereinbarte Entgeltminderungen
  • Steuernummer des leistenden Unternehmens (alternativ Umsatzsteuer-Identifikationsnummer)
  • Bezeichnung Gutschrift, wenn der Leistungsempfänger die Rechnung ausstellt
  • Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht beim Leistungsempfänger

Auf die Besonderheiten bei Reiseleistungen, Lieferungen von Gebrauchtgegenständen, Antiquitäten oder Kunstgegenständen und Leistungen, bei denen der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet (Reverse Charge), muss hingewiesen werden.

Weniger Bürokratie bei Kleinbetragsrechnungen

Erleichterungen gibt es bei den sogenannten Kleinbetragsrechnungen. Eine Kleinbetragsrechnung liegt bis zu einem Gesamtbetrag von 250 Euro brutto vor, wenn die Rechnung nach dem 31. Dezember 2016 ausgestellt wurde (150 Euro für vorher ausgestellte Rechnungen). Der Vorteil: Bei Kleinbetragsrechnungen kann auf den gesonderten Ausweis des Entgelts und des Umsatzsteuerbetrags sowie auf den Namen des Rechnungsempfängers verzichtet werden. Dennoch darf aus der Rechnung Vorsteuer gezogen werden, soweit der Leistungsempfänger vorsteuerabzugsberechtigt ist.

Die Erleichterung wird vor allem im Einzelhandel und Dienstleistungsbereich spürbar sein. Hier reicht nun ein Kassenbon in viel mehr Fällen für den Vorsteuerabzug aus, denn Kassenbons enthalten in der Regel alle Angaben, die eine ordnungsgemäße Kleinbetragsrechnung benötigt.

(Stand: 07.08.2017)

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