Vorsicht bei Einzweckgutscheinen

Steuerliche Behandlung geändert

 

Geschenkgutscheine für Konzert- oder Theatertickets, den Einkauf in einer Boutique oder ein Dinner im Restaurant sind sehr beliebt. Einzelhändler, Gastronomen und andere Unternehmen stellen die Gutscheine gegen Bezahlung aus. Dabei wird zunächst das Geld vereinnahmt, die Lieferung oder Leistung erfolgt aber erst bei Einlösung des Gutscheins. Seit Jahresbeginn gibt es für den Verkauf derartiger Gutscheine neue steuerliche
Vorgaben in Form der sogenannten EU-Gutschein-Richtlinie.

Ausgabe eines Einzweckgutscheins ist Umsatz

Es ist zwischen Einzweck- oder Mehrzweckgutscheinen zu unterscheiden. Bei einem Mehrzweckgutschein ist der Ort der Leistung oder der Umsatzsteuersatz im Vorfeld noch unklar. So kann eine Guthabenkarte eines Restaurants auch für Speisenlieferungen außer Haus oder möglicherweise sogar im Ausland eingesetzt werden. Bei Einzweckgutscheinen steht der Ort der Leistung und der Umsatzsteuersatz dagegen von vornherein fest, z. B. bei einem Gutschein für ein Konzert oder Theaterbesuch. Neu ist nun, dass umsatzsteuerlich bereits die Ausgabe eines Einzweckgutscheins einen Umsatz darstellt. Bisher handelte es sich hier um Anzahlungen. Im Ergebnis ändert sich umsatzsteuerlich jedoch kaum etwas, denn auch Anzahlungen müssen spätestens mit Erhalt der Zahlung besteuert werden.

Gutscheinverkauf führt zur Betriebseinnahme

Ertragsteuerlich sieht das schon anders aus. Bei Unternehmen, die ihren Gewinn durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, ist die Einnahme für die Ausstellung eines Gutscheins zwar schon immer als Betriebseinnahme zu erfassen. Bilanziert das Unternehmen jedoch, ist fraglich, ob durch die neue EU-Richtlinie auch der ertragsteuerliche Gewinn bereits mit der Ausgabe des Einzweckgutscheins besteuert werden muss. Um den zu erwartenden Gewinn richtig auszuweisen, müsste in Höhe der zu erwartenden Kosten zunächst eine Rückstellung gebildet werden. Für Gutscheine, die erfahrungsgemäß nicht eingelöst werden, dürfte dabei keine Rückstellung gebildet werden. Im Ergebnis würde nicht der gesamte Umsatzerlös als Gewinn besteuert, sondern nur der zu erwartende Gewinn. Ein solches Vorgehen würde jedoch das kaufmännische Vorsichtsprinzip durchbrechen. Denn danach darf ein Gewinn erst zu dem Zeitpunkt als realisiert erfasst werden, zu dem auch die Leistung vollständig erbracht wurde. Das Ausstellen eines Stück Papiers mit der Aufschrift Gutschein dürfte ertragsteuerlich eher nicht als Leistungserbringung angesehen werden.

Ertragsteuerliche Beurteilung bleibt offen

Wie der Gutscheinverkauf ertragsteuerlich zutreffend zu beurteilen ist, muss sich erst noch durch Rechtsprechung und Verwaltungsauffassung herausbilden. Derzeit gehen die Meinungen noch auseinander. Wer Einzweckgutscheine ausstellt, sollte möglichst zeitnah mit seinem steuerlichen Berater sprechen und in der Liquiditätsplanung berücksichtigen, dass die Steuerzahlungen für im Jahr 2019 ausgegebene Einzweckgutscheine gegebenenfalls früher anfallen könnten.

Tipp

Stellen Sie nach Möglichkeit Mehrzweckgutscheine aus. Diese sind für Kunden flexibler und die steuerlichen Probleme der Einzweckgutscheine werden vermieden.

(Stand: 26.06.2019)

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