Fristablauf

Steuerklassenwechsel bis 30. November beantragen

BMF veröffentlicht aktualisiertes Merkblatt zur Steuerklassenwahl

 

Gerade zum nahenden Jahresende sollten Arbeitnehmerpaare prüfen, ob sie ihre Lohnsteuerklassen optimal kombiniert haben. Eine Gehaltserhöhung, ein sich abzeichnender Jobverlust oder eine geplante Arbeitszeitverkürzung bei einem (Ehe)Partner - es gibt viele Gründe, die gewählten Steuerklassen zu überprüfen. Die optimal gewählte Steuerklasse spielt auch bei Lohnersatzleistungen wie Krankengeld oder Arbeitslosengeld, aber auch beim Elterngeld eine große Rolle. So fallen die Lohnersatzleistungen bei Steuerklasse III oder Steuerklasse IV mit Faktor in der Regel höher aus als bei Steuerklasse IV ohne Faktor.

Steuerklassenwechsel für 2019 ist nur noch bis zum 30. November möglich

Bisher ist ein Wechsel der Steuerklassen grundsätzlich nur einmal im Jahr möglich. Für einen Steuerklassenwechsel für 2019 bleibt nur noch bis zum 30. November Zeit. Bis dahin können Ehepaare und eingetragene Lebenspartner ihre Lohnsteuerklassen für dieses Jahr ändern. Die Änderung ist auf einem amtlichen Vordruck beim zuständigen Finanzamt zu beantragen. Die Formulare können beim Formularcenter des BMF heruntergeladen und ausgefüllt werden. Die beantragten Steuerklassen gelten grundsätzlich ab dem Folgemonat nach der Antragstellung. Das heißt: wird ein Steuerklassenwechsel im Dezember 2019 beantragt, so wirkt er sich erst ab der Lohnabrechnung Januar 2020 aus.

Hinweis: Im Bürokratieentlastungsgesetz III ist vorgesehen, dass ab 2020 auch ein mehrmaliger Steuerklassenwechsel im Jahr möglich ist. Damit können (Ehe-)Paare schneller auf die sich wechselnden steuerlichen Bedingungen durch Job, Arbeitslosigkeit oder Krankheit reagieren.

Auch Steuerfreibeträge für 2020 sollten zeitnah überprüft werden

Spätestens zum Jahresende muss auch ein Blick auf bereits eingetragene Steuerfreibeträge, beispielsweise für Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen geworfen werden. Zwar gelten die in 2019 erstmals eingetragenen Freibeträge grundsätzlich auch in 2020 fort und müssen nicht wie früher jährlich, sondern nur noch alle zwei Jahre neu beantragt werden. Einzige Ausnahme sind die Kinderfreibeträge und Behinderten-Pauschbeträge; diese gelten auch über den Zweijahreszeitraum grundsätzlich hinaus.

Dennoch müssen Arbeitnehmer prüfen, ob die Umstände noch dieselben sind. Fallen nach eigener Einschätzung die Gründe für einen erhöhten Freibetrag in 2020 weg, so muss das Finanzamt zwingend informiert und der eingetragene Freibetrag unter Umständen gestrichen werden. Erhöhen sich die Aufwendungen voraussichtlich im nächsten Jahr oder kommen gar neue hinzu, so ist es sinnvoll, den Freibetrag hierfür anpassen zu lassen. Wer Freibeträge also pünktlich zum Jahresbeginn 2020 berücksichtigt haben und ein höheres Nettogehalt erhalten will, sollte ebenfalls bereits jetzt handeln und einen Antrag beim zuständigen Finanzamt stellen.

Wer Lohnsteuerfreibeträge noch für 2019 beantragen will, muss seinen Antrag bis spätestens 30. November beim zuständigen Finanzamt stellen. In diesem Fall wird der gesamte Freibetrag des Jahres im Dezember berücksichtigt.

Hinweis: Wenn das Finanzamt auf Antrag einen Steuerfreibetrag gewährt, muss für das abgelaufene Jahr bis auf wenige Ausnahmen unaufgefordert eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden.

Arbeitgeber müssen ELStAM-Merkmale regelmäßig abrufen

Änderungen der Steuerklasse, aber auch der Konfession oder Kinderzahl werden in der elektronischen Lohnsteuerkarte, den ELStAM (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) vorgenommen. Sobald sich die steuerlichen Daten eines Arbeitnehmers ändern, stehen diese Änderungen auf den Servern der Finanzverwaltung elektronisch zur Abholung durch den Arbeitgeber bereit, der diese für die Lohnabrechnung benötigt. Das Problem ist nur, dass Arbeitgeber oftmals keine Kenntnis über die geänderten Eintragungen auf der elektronischen Lohnsteuerkarte ihres Arbeitnehmers haben. Um dies zu vermeiden, sind Arbeitgeber kraft Gesetzes dazu verpflichtet, mindestens einmal monatlich die für ihr Unternehmen vorhandene Änderungsliste abzurufen, die spätestens am fünften Werktag des Monats von der Finanzverwaltung bereitgestellt wird. Damit soll sichergestellt werden, dass immer die aktuellen ELStAM verwendet werden.

Hinweis: Arbeitnehmer sollten ihren Arbeitgeber über die Änderungen der Lohnsteuerklasse bzw. über die Eintragung von Steuerfreibeträgen informieren, so dass der Arbeitgeber überprüfen kann, ob diese Änderungen bei der nächsten Gehaltsabrechnung zutreffend berücksichtigt wurden.

Hinweise für die optimale Wahl der Steuerklassen

Bei alleinstehenden Arbeitnehmern wird die Lohnsteuer grundsätzlich nach der Lohnsteuerklasse I einbehalten, bei alleinerziehenden Elternteilen nach Steuerklasse II.

Ehepaare und eingetragene Lebenspartner haben dagegen mehrere Alternativen. Sie erhalten nach der Begründung der Ehe oder Lebenspartnerschaft automatisch die Steuerklassen IV/IV. Sie können aber auch die Steuerklassenkombination III/V wählen. Für den Partner mit der Klasse III ist der Steuereinbehalt wesentlich niedriger als bei der Steuerklasse IV, für den Partner mit der Klasse V dagegen höher. Diese Steuerklassenkombination bietet sich daher an, wenn der eine Partner wesentlich mehr verdient als der andere Partner.

Seit einigen Jahren gibt es noch eine weitere Alternative für Ehepaare und Lebenspartnerschaften: die Steuerklasse IV mit Faktor. Dieser Faktor ist immer kleiner als Eins. Dadurch wirkt sich der steuermindernde Effekt des Ehegattensplittings schon beim Lohnsteuerabzug aus. Die Lohnsteuer ist daher für die (Ehe)Partner geringer als bei der Steuerklassenkombination IV/IV ohne Faktor. Auch werden Steuernachzahlungen minimiert, zu denen es bei der Kombination III/V insbesondere bei sehr großen Lohnunterschieden oftmals kommt. Der Faktor gilt maximal für zwei Jahre.

Hinweis: Das BMF hat am 20.11.2019 ein neues Merkblatt zur Steuerklassenwahl herausgegeben, in welchem insbesondere das Faktorverfahren detailliert erläutert wird.

Bei der Steuerklassenkombination III/V als auch bei der Kombination IV/IV mit Faktor muss immer eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden. Auf die tatsächlich zu zahlende Jahressteuer hat die Wahl der Steuerklassen jedoch keinen Einfluss.

Die Steuerklassenkombinationen III/V und IV/IV mit Faktor können nur auf Antrag beider Ehe(Partner) gewählt werden. Hingegen reicht der Antrag nur eines der Ehegatten oder Lebenspartner aus, um die Steuerklassen wieder auf die Kombination IV/IV zurückzusetzen.

(Stand: 22.11.2019)

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