Start in das Ausbildungsjahr 2017

Was Arbeitgeber bei Azubis zu beachten haben

 

Während in Bayern und Baden-Württemberg gerade die Sommerferien begonnen haben, rüsten andere Bundesländer bereits zum neuen Schul- und Ausbildungsjahr. Die meisten Schulabgänger haben sich in den letzten Wochen und Monaten entschieden, was sie werden wollen und welchen Ausbildungsweg sie dafür wählen. Oftmals fällt die Wahl auf die klassische betriebliche Berufsausbildung.

Durchschnittliche Ausbildungsvergütung liegt bei monatlich 854 Euro

Eine betriebliche Berufsausbildung führt innerhalb von zwei bis drei Jahren zu einem anerkannten Ausbildungsberuf. Sie ist gekennzeichnet durch das duale Ausbildungssystem, bei dem der Auszubildende in kurzen zeitlichen Abständen zwischen dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule wechselt. Die Ausbildung ist für den Azubi in der Regel kostenlos. Fahrtkosten zum Betrieb und zur Berufsschule und auch Kosten für eine auswärtige Unterbringung am Ort des Betriebs oder der Berufsschule können jedoch anfallen.

Azubis haben grundsätzlich Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung. In vielen Branchen gibt es Tarifverträge, in denen auch die Vergütung für Auszubildende geregelt wird. Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von aktuell 8,84 Euro je Zeitstunde haben Auszubildende jedoch nicht. Im Jahr2016 lagen die Vergütungen bundesweit im Durchschnitt bei monatlich 854 Euro. Sie erhöhten sich damit um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die monatliche Ausbildungsvergütung zahlt der Ausbildungsbetrieb auf der Grundlage eines schriftlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrags.

Hinweis: Für Azubis sind eine Reihe arbeitsrechtlicher Besonderheiten zu beachten, z. B. bezüglich Arbeitszeit, Urlaubsanspruch und Probezeit. Bei Fragen helfen Ihnen die ETL Rechtsanwälte gerne weiter.

Bis 325 Euro trägt Arbeitgeber Sozialbeiträge allein

Die Ausbildungsvergütung ist für den Azubi eine steuerpflichtige Einnahme aus nichtselbständiger Arbeit. Da für Auszubildende in der Regel die Lohnsteuerklasse I anzuwenden ist, fällt meist keine Lohnsteuer an.  Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung müssen jedoch gezahlt werden, grundsätzlich jeweils zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitnehmer. Bis zu einer Ausbildungsvergütung von 325 Euro muss der Arbeitgeber allerdings die vollen Beiträge zur Sozialversicherung allein tragen. Dies gilt auch für den Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung von 0,25 %, wenn der Auszubildende über 23 Jahre und kinderlos ist sowie für den kassenindividuellen Zusatzbeitrag (1,1%, wenn der Arbeitgeber ihn übernehmen muss), den viele Krankenkassen neben dem gesetzlichen Krankenversicherungsbeitrag von 14,6 % verlangen. Wie bei anderen Arbeitnehmern hat der Arbeitgeber auch die Beiträge zu den Umlagen U1 (Lohnfortzahlung bei Krankheit) und U2 (Mutterschaft und Beschäftigungsverbot) zu zahlen. Bei Vergütungen von mehr als 325 Euro muss der Azubi den Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung und den kassenindividuellen Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung allein tragen.

Hinweis: Auszubildende sind immer versicherungspflichtige Arbeitnehmer. Selbst wenn die Ausbildungsvergütung monatlich nicht mehr als 450 Euro beträgt, gelten sie nicht als sozialversicherungsfreie geringfügig Beschäftigte. Auch die sogenannte Gleitzonenregelung, wonach bei Vergütungen bis 850 Euro der SV-Beitragsanteil für den Arbeitnehmer langsam bis zum hälftigen Beitrag  ansteigt, kann für Auszubildende nicht angewendet werden.

Zwei Orte - aber nur eine erste Tätigkeitsstätte

Bei der betrieblichen Berufsausbildung in Form einer dualen Ausbildung wird der Auszubildende an zwei Orten regelmäßig tätig: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Beide können in der gleichen Stadt oder Ortschaft liegen. Gerade in ländlichen Gebieten ist die Berufsschule aber an einem anderen Ort. Daher stellt sich auch für Azubis die Frage nach der ersten Tätigkeitsstätte. Bestimmt  der Arbeitgeber den Ausbildungsbetrieb als erste Tätigkeitsstätte, gelten die Fahrten zur Berufsschule als Dienstreisen. Das bedeutet, der Arbeitgeber kann die für diese Fahrten zur Berufsschule tatsächlich anfallenden Kosten für ein öffentliches Verkehrsmittel oder 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer bei Benutzung eines Pkw (0,20 Euro bei anderen motorisierten Fahrzeugen) steuerfrei erstatten. Auch an der Beschaffung der Lehrbücher für die theoretische Ausbildung kann sich der Arbeitgeber beteiligen. Hier bieten sich steuerfreie Sachbezüge in Form von Büchergutscheinen bis 44 Euro pro Monat an.

Wird der Auszubildende mit einer Ausbildungsprämie für einen guten Lehrabschluss belohnt, so kann diese nicht steuerfrei vereinnahmt werden. Sie zählt als normaler Arbeitslohn, der lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig ist, auch wenn die Belohnung freiwillig erfolgte.

Haben auch Sie Azubis in Ihrem Unternehmen und Fragen, dann sprechen Sie uns an.

(Stand: 24.07.2017)

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