Jede Rente wird anders besteuert

 

 

Aktuell werden Rentner durch Schlagzeilen wie Finanzamt macht Jagd auf Rentner verunsichert. Grund genug, die Besteuerung der Alterseinkünfte etwas genauer zu durchleuchten. Wie alle anderen Einkünfte sind auch Renten zu versteuern – und das nicht erst seit dem Alterseinkünftegesetz 2015. Doch gerade bei den Alterseinkünften gibt es Unterschiede bei der Besteuerung.

Steuerfreier Anteil bei Renten aus der Basis-Altersversorgung

Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus berufsständischen Versorgungswerken und aus Rürup-Rentenverträgen wurden im Jahr 2005 nur zu 50 % besteuert. Ausschlaggebend für den Besteuerungsanteil ist das Jahr des erstmaligen Rentenbezugs. Der Besteuerungsanteil beträgt 50 % bei Rentnern, die vor 2005 bzw. erstmals 2005 eine Rente bezogen haben. Er erhöht sich bis 2020 in jedem Jahr um zwei Prozentpunkte und dann bis 2040 um je einen Prozentpunkt. Neurentner des Jahres 2016 müssen also 72 % ihrer Rente versteuern, 28 % bleiben steuerfrei. Ab dem Jahr 2040 ist die gesamte Rente steuerpflichtig. Doch das Ganze hat einen Haken. Der steuerfreie Anteil des Erstjahres  des Rentenbezugs wird betragsmäßig festgeschrieben und ändert sich nicht mehr. Jede  Rentenerhöhung (in Ost und West unterschiedlich) unterliegt daher in vollem Umfang der Besteuerung. Damit müssen inzwischen auch die Altrentner mehr als die Hälfte ihrer Rente versteuern. So müssen diejenigen, die seit 2005 eine Rente beziehen, im Jahr 2016 tatsächlich 59 % (Ost) bzw. 56 % (West) der Rente versteuern.

Beispiel

Arbeitnehmer A aus Leipzig bezieht seit 2010 eine gesetzliche Altersrente (Jahresrente 2010 = 12.000 €). Bei einem Besteuerungsanteil von 60 % ergibt sich ein steuerfreier Anteil in Höhe von 4.800 €, der sich auch in den Folgejahren nicht ändert. Bis 2016 hat sich der Jahresbetrag der Rente auf 13.900 € erhöht. Davon sind 9.100 € (13.900 € - 4.800 €) steuerpflichtig, d. h. mehr als 65 % der Rente.


Wird neben der eigenen Altersrente noch eine Witwen- oder Witwerrente, eine Rürup-Rente oder eine Rente aus einem Versorgungswerk bezogen, so entscheidet auch hier das Jahr des erstmaligen Rentenbezugs über den steuerpflichtigen Anteil. Von der Summe aller steuerpflichtigen Renten wird noch ein Werbungskostenpauschbetrag in Höhe von 102 Euro abgezogen.

Volle oder teilweise Steuerpflicht für Betriebsrenten

Bei Renten aus einer betrieblichen Altersversorgung gibt es keinen steuerfreien Anteil, sie sind grundsätzlich in vollem Umfang steuerpflichtig.

Bei Unterstützungskassen oder Pensionszusagen werden die ausgezahlten Versorgungsbezüge als nachträgliche Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit versteuert. Von den Versorgungsbezügen werden noch ein individueller Versorgungsfreibetrag und ein Werbungskostenpauschbetrag in Höhe von 102 Euro abgezogen. Der Versorgungsfreibetrag hängt vom Jahr der erstmaligen Zahlung der Versorgungsbezüge ab. Er kann in gleicher Höhe auch in den Folgejahren abgezogen werden. Im Jahr 2005 betrug er 40 % der Bezüge, maximal 3.000 Euro zuzüglich 900 Euro. Bei einem Versorgungsbeginn im Jahr 2016 wird nur noch ein Versorgungsfreibetrag in Höhe von 22,4 % der Bezüge, maximal 1.680 Euro, zuzüglich 504 Euro gewährt. Bis 2040 wird der Versorgungsfreibetrag auf null Euro abgeschmolzen.

Auch Renten und Kapitalauszahlungen aus einer Direktversicherung, einer Pensionskasse oder einem Pensionsfonds sind in vollem Umfang steuerpflichtig. Das gilt allerdings nur, soweit sie aus steuerlich geförderten Altersvorsorgebeiträgen resultieren, also aus Beiträgen, die steuerfrei eingezahlt wurden. Betriebsrenten, die aus nicht geförderten Beiträgen resultieren, unterliegen nur mit dem sogenannten Ertragsanteil der Besteuerung. Gleiches gilt für vor 2005 abgeschlossene Direktversicherungen, deren Beiträge pauschal versteuert wurden. Kapitalauszahlungen aus solchen Direktversicherungen sind sogar vollständig steuerfrei, wenn die Einmalzahlung erst nach mindestens 12 Jahren Laufzeit des Versicherungsvertrages erfolgt.

Volle Steuerpflicht für private Riester-Renten

Auch die sogenannten Riester-Renten werden in der Ansparphase steuerlich gefördert – durch die Altersvorsorgezulagen sowie durch einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug. Auszahlungen aus einer riestergeförderten privaten Altersversorgung sind daher ebenfalls in vollem Umfang steuerpflichtig. Dabei
spielt es keine Rolle, ob sie als Rente, in Raten oder in einem Betrag ausgezahlt werden.

Ertragsanteilsbesteuerung bei privaten Renten

Renten aus privaten Kapitallebens- und Rentenversicherungen sind nur in Höhe des Ertragsanteils steuerpflichtig. Dieser ist abhängig vom Alter des Rentners bei Beginn der Rentenzahlung. Er beträgt 22 % bei vollendetem 60. bzw. 61. Lebensjahr und nur 18 %, wenn bereits das 65. bzw. 66. Lebensjahr beim erstmaligen Rentenbezug vollendet wurde.

Bei Kapitalzahlungen aus einer privaten Versicherung ist der Saldo aus Versicherungsleistung und der Summe der gezahlten Beiträge nur zur Hälfte zu versteuern, wenn das 60. Lebensjahr bei Auszahlung vollendet wurde und die Auszahlung frühestens 12 Jahre nach Vertragsabschluss erfolgt. Bei Altverträgen (Abschluss vor 2005) ist die gesamte Kapitalauszahlung steuerfrei, wenn die Mindestlaufzeit von 12 Jahren eingehalten wurde. Eine Altersbegrenzung gibt es hierbei nicht.

(Stand: 23.08.2016)

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