Ein Vierteljahrhundert gute Beratung
Über Nachhaltigkeit, Unternehmertum und die Frage, welche Denkfehler den Mittelstand ausbremsen
25 Jahre arbeiten H&K Einrichtungen aus Jena und die ETL-Kanzlei Freund & Partner Schleiz bereits zusammen. Es ist eine Partnerschaft, die auf ein Vierteljahrhundert gemeinsamer Erfahrungen mit Wandel zurückblicken kann. Digitalisierung, Fachkräftemangel, neue Kundenerwartungen, steigende Energiepreise oder ESG-Kriterien: Viele dieser Themen begleiten das Unternehmen schon lange, bevor sie das Etikett „nachhaltig“ umgehängt bekommen haben.
Vico Wiegand, Geschäftsführer der H&K Einrichtungen GmbH in Jena, erlebt täglich, wie sich Anforderungen an Arbeitswelten, Produkte und Kundenbedürfnisse verändern. Jens Kriester, Geschäftsführer der ETL Freund & Partner GmbH Steuerberatungsgesellschaft & Co. Schleiz KG., begleitet das Unternehmen seit vielen Jahren als Steuerberater und Sparringspartner bei strategischen Entscheidungen.
Im Gespräch blicken Wiegand und Kriester nicht nur auf ihre Partnerschaft zurück. Sie diskutieren Aussagen, die ihnen in ihrer täglichen Arbeit immer wieder begegnen – und die aus ihrer Sicht zeigen, warum Nachhaltigkeit für den Mittelstand weit mehr ist als eine ökologische Frage: nämlich ein Erfolgsfaktor.
Herr Wiegand, Herr Kriester, was trägt eine Zusammenarbeit über 25 Jahre?
Vico Wiegand: Vertrauen und Qualität sind die Grundlage für unsere langjährige Zusammenarbeit mit Jens Kriester und seinem Team der Kanzlei ETL Freund & Partner Schleiz.
Jens Kriester: Stichwort „Qualität“: Unsere Büros sind ja beispielsweise mit H&K-Möbeln ausgestattet. Gegenseitiges Vertrauen entsteht durch Werte wie Termintreue und Verlässlichkeit. Wir können uns darauf verlassen, dass H&K Einrichtungen immer das erfüllt, was wir uns beratungsseitig wünschen. Alle Unterlagen erhalten wir termingerecht und vollständig digital.
Wie sieht diese Zusammenarbeit im Alltag aus?
Vico Wiegand: Sehr direkt. Mal arbeiten wir intensiv an einem Thema, mal reicht ein kurzes Telefonat. Besonders wichtig sind für uns die kurzen Wege. Wenn wir eine Frage haben, stellt Jens Kriester uns schnell den richtigen Ansprechpartner zur Seite. Oft haben wir binnen Minuten oder Stunden die Informationen, die wir benötigen.
Jens Kriester: Für uns ist Augenhöhe entscheidend. Wir verstehen Beratung nicht nur als Blick auf Steuern und Zahlen, sondern als Rundum-Beratung – steuerlich, rechtlich und betriebswirtschaftlich. Dazu gehören Termintreue, schnelle Auskunft und ein großes Verständnis für die Belange und Besonderheiten des Unternehmens.
Was war der größte gemeinsame Meilenstein?
Jens Kriester: Die Digitalisierung der Finanzbuchhaltung. Mit ETL-Lösungen wie PISA-Finanzen haben wir das Belegwesen digitalisiert und mit den CRM-Prozessen von H&K verbunden. Das hat die Bearbeitungszeiten erheblich verkürzt.
Vico Wiegand: Das war auch aus unserer Sicht der wichtigste Schritt. Wir arbeiten heute komplett papierlos. Unsere Finanzbuchhaltung ist sehr glücklich darüber, wie reibungslos das funktioniert.
Ihre 25 Jahre Zusammenarbeit fallen in eine Zeit voller Umbrüche, Transformationen, Trends: Welche wirtschaftlichen Veränderungen haben Sie in dieser Zeit am stärksten geprägt?
Jens Kriester: Da fallen mir spontan mehrere Themen ein: Digitalisierung, neue Arbeitsformen, veränderte Kundenerwartungen, Energiepreise oder die zunehmende Bedeutung von ESG-Kriterien. Viele Entwicklungen, die heute unter Nachhaltigkeit diskutiert werden, begleiten unsere Mandanten schon seit Jahren.
Vico Wiegand: Das sehe ich genauso. Viele Unternehmer verbinden Nachhaltigkeit noch immer noch ausschließlich mit Umwelt- oder Klimaschutz. In der Praxis geht es aber genauso um wirtschaftliche Stabilität, Mitarbeitergesundheit, Ressourceneffizienz oder die Frage, wie man ein Unternehmen langfristig erfolgreich aufstellt. Alles Themen, die am Anfang unserer Zusammenarbeit schon genauso relevante Erfolgskriterien für ein mittelständisches Unternehmen waren wie heute.
Viele Unternehmer sagen: Nachhaltigkeit kostet Geld, Zeit und Ressourcen. Was entgegnen Sie?
Vico Wiegand: Nachhaltigkeit ist für KMU ein Wettbewerbsvorteil. Langlebige, reparierbare und weiterverwendbare Produkte müssen nicht ständig ersetzt werden. Dafür gibt es eine Nachfrage. Und langfristig spart das Kosten.
Jens Kriester: Der Begriff Nachhaltigkeit ist oft emotional aufgeladen und wird nicht immer glücklich kommuniziert. Entscheidend ist deshalb: Was passt zum Unternehmen? Welche Maßnahme bringt den Betrieb voran? Wer Nachhaltigkeit praktikabel und wirtschaftlich denkt, stärkt seine Zukunftsfähigkeit.
So mancher Mittelständler entgegnet daraufhin: „Meine Kunden interessiert Nachhaltigkeit nicht.“
Vico Wiegand: Unsere Kunden interessiert das sehr wohl. Sie fragen nach reparierbaren, hochwertigen und ressourcenschonenden Produkten. Sie wollen wissen, ob hinter einem Produkt ein Unternehmen steht, das Verantwortung übernimmt.
Jens Kriester: Das kann ich bestätigen. Wir kaufen H&K-Ausstattung ja selbst mit dem Ziel, sie lange zu nutzen. Bei unseren Mandanten ist der Zugang je nach Branche verschieden. Aber ESG- und Nachhaltigkeitsthemen spielen branchenübergreifend eine immer größere Rolle. Wir werden häufiger hinzugezogen, wenn Unternehmen Unterstützung brauchen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Hand aufs Herz: überschatten Regeln und Pflichten den eigentlichen Nutzen beim Thema Nachhaltigkeit?
Jens Kriester: Beim Blick auf die Förderlandschaft gibt es sicher Luft nach oben. Nachhaltige Investitionen brauchen Kapital. In der aktuellen Lage überlegen viele KMU sehr genau, ob sie dieses Risiko eingehen. Hier ist die Politik gefragt, Investitionen attraktiver zu machen und Bürokratie abzubauen.
Vico Wiegand: Ich würde mir wünschen, dass Nachhaltigkeit stärker als Verbindung von Ökologie und Ökonomie verstanden wird. ESG ist mehr als Umwelt. Es geht auch um Gesundheit, soziale Verantwortung und Innovationsfähigkeit.
Ist Nachhaltigkeit womöglich eher etwas für Konzerne statt für den Mittelstand?
Vico Wiegand: Nein. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Ökologie, sondern auch soziale und wirtschaftliche Verantwortung. Wenn Mitarbeitende gesund bleiben, sich wohlfühlen und seltener ausfallen, ist das für jedes Unternehmen relevant. Auch einem Mittelständler kann es doch nur recht sein, wenn seine Mitarbeiter weniger oft krank sind.
Jens Kriester: Je größer ein Unternehmen, desto enger ist oft das regulatorische Korsett. Kleinere Unternehmen haben mehr Gestaltungsspielräume. Gerade bei Energieeffizienz oder Ressourcennutzung ergeben sich Chancen, die unmittelbar wirtschaftlich wirken können.
Wozu braucht es noch modern eingerichtete Büros, wenn viele Tätigkeiten zuhause erledigt werden können?
Vico Wiegand: Homeoffice bleibt wichtig. Aber dauerhafte Distanz hat ihren Preis. Mitarbeiter verlieren leichter den Kontakt zu Kollegen und die Identifikation mit dem Unternehmen. Wer Teamwork, Kreativität und Begegnung fördern will, braucht moderne Arbeitswelten.
Jens Kriester: Homeoffice hat sich nicht als Allheilmittel durchgesetzt. Telefonate, E-Mails und Videokonferenzen ersetzen das persönliche Gespräch nicht dauerhaft. Es gibt ein Bedürfnis nach guten Büroarbeitsplätzen, modernen Kaffeeküchen und Räumen, in denen Menschen gern zusammenkommen.
Was war die größte gemeinsame Herausforderung, die Sie zusammen gemeistert haben?
Jens Kriester: Hier fallen mir alle Facetten der gesellschaftsrechtlichen Veränderungen ein, um die Gesellschaft zukunftsfähig aufzustellen und insbesondere die Unternehmensnachfolge hinzubekommen.
Vico Wiegand: Beim Thema Nachfolge sind wir natürlich noch mittendrin. Umso wichtiger ist es, einen Partner an seiner Seite zu haben, der das Unternehmen seit vielen Jahren kennt. An dieser Stelle ist das Wort Steuerberater sehr zutreffend. Die 25 Jahre Zusammenarbeit sprechen für sich.
Und wie geht es weiter?
Vico Wiegand: Ich hoffe, dass wir auch in den kommenden Jahren mit der ETL-Kanzlei zusammenarbeiten. Wir wollen unsere Marktposition ausbauen und wachsen. Dabei zählen wir auf Jens und sein Team.
Jens Kriester: Die Zusage gebe ich dir auf jeden Fall. Ich freue mich auf die nächsten 25 Jahre und bin gespannt, wohin uns diese gemeinsame Reise führt.